Tattoo-Ideen

Tattoo-Kosten: Stundensatz, Größe und Stelle

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Kein Preisschild im Studio verrät dir die Kosten für ein Tattoo, denn der Preis ist eine Rechnung: Stunden auf der Liege mal Stundensatz, darunter ein Mindestpreis. Kennst du beide Zahlen für dein Motiv, kannst du fast jedes Tattoo selbst überschlagen.

Wie setzen sich die Kosten eines Tattoos zusammen?

Hinter jedem Angebot steckt dieselbe einfache Formel: die Zeit, die dein Motiv braucht, mal den Stundensatz der Person, die es sticht. Darunter liegt ein Mindestpreis, unter den kein Tattoo fällt, egal wie klein es ist. Preistabellen, die Tattoos nach Zentimetern sortieren, rechnen im Grunde genauso, nur verstecken sie die Stunden und setzen einen Satz ein, der aus irgendeiner Stadt stammt, bloß nicht aus deiner.

Stabil bleibt dagegen die Zeit. Ein handtellergroßes Motiv in Black and Grey mit mittlerem Detail braucht in Leipzig ungefähr so lange wie in Hamburg oder Wien, meist zwei bis vier Stunden. Was sich unterscheidet, ist der Preis jeder dieser Stunden. Daraus folgt der praktische Weg: Schätze die Stunden mit diesem Ratgeber, frag bei drei Studios in deiner Nähe nach dem Stundensatz und multipliziere.

Deutsche Studios rechnen meist auf eine von drei Arten ab. Der Stundensatz ist die Grundlage für alles, was länger dauert. Der Festpreis pro Motiv ist bei kleinen und mittleren Arbeiten üblich; er ist nichts anderes als der Stundensatz mit der Schätzung des Tätowierers schon eingerechnet und liegt oft etwas über der reinen Rechnung, weil das Risiko einer längeren Sitzung beim Studio liegt. Für große Projekte wie Sleeves, Rücken oder Oberschenkel gibt es häufig einen Tagessatz, der pro Stunde fast immer günstiger ausfällt als die Abrechnung nach Stunden.

Was kostet ein Tattoo pro Stunde in Deutschland?

Den Stundensatz bestimmen vor allem Erfahrung und Auslastung, danach erst die Stadt. Als grobe Orientierung liegen viele seriöse Studios in Deutschland zwischen 80 und 150 Euro pro Stunde. Tätowierer mit langer Warteliste und bekanntem Namen verlangen mehr, in Berlin, Hamburg oder München auch 200 Euro und darüber, während jemand, der gerade ausgelernt hat und in einem guten Studio arbeitet, oft am unteren Ende liegt.

Der Mindestpreis bewegt sich meist irgendwo zwischen 50 und 120 Euro. Er deckt, was jede Sitzung kostet, ganz gleich wie lange sie dauert: neue Nadelmodule, Farbkappen, Schutzfolie für Maschine und Liege, das Stencil, Handschuhe, Desinfektion und das Herrichten des Arbeitsplatzes. Ein Schriftzug von zwanzig Minuten verbraucht davon fast so viel wie eine Sitzung von zwei Stunden, und genau das bezahlst du mit dem Mindestpreis.

Ein Tagessatz liegt grob zwischen 600 und 1.500 Euro, bei sehr gefragten Namen darüber, und umfasst je nach Studio fünf bis acht Stunden Arbeit. Alle diese Zahlen sind Größenordnungen zum Vergleichen und kein Preis: Verbindlich ist nur, was das Studio dir für dein Motiv nennt. In Österreich und der Schweiz ist der Aufbau derselbe, nur die Sätze solltest du vor Ort vergleichen.

Was kostet ein kleines Tattoo?

Unter etwa fünf Zentimetern entscheidet der Mindestpreis, und der Stundensatz spielt kaum noch eine Rolle. Ein Datum, ein Initial oder ein kleines Fine-Line-Symbol ist in einer halben bis einer Stunde gestochen, und du zahlst dafür ungefähr so viel wie jemand mit einem etwas größeren Motiv. Zwischen fünf und zehn Zentimetern dauert schwarze Arbeit meist ein bis zwei Stunden, womit viele dieser Tattoos irgendwo zwischen Mindestpreis und rund 300 Euro landen.

Der teure Fehler bei kleinen Tattoos ist nicht der Mindestpreis, sondern zu viel Detail auf zu wenig Fläche. Ein winziges Porträt oder ein langer Satz auf fünf Zentimetern wirkt in der ersten Woche gestochen scharf; mit den Jahren breitet sich die Farbe unter der Haut ein wenig aus, und eng beieinanderliegende Linien laufen zusammen. Muss ein aufwendiges Motiv aus Budgetgründen kleiner werden, ist Vereinfachen besser als Verkleinern.

An Fingern, Händen und Füßen ist ein kleines Tattoo zunächst günstig und auf Dauer teurer, weil sich die Haut dort schnell erneuert und Farbe verliert. Plane mindestens ein Nachstechen ein und frag schon im Beratungsgespräch, ob das erste im Preis enthalten ist.

Wie viele Stunden braucht welche Größe und welcher Stil?

Gemeint ist die Größe des Motivs, nicht die der Körperstelle. Als Anhaltspunkt für Black and Grey mit mittlerem Detail: fünf bis zehn Zentimeter brauchen ein bis zwei Stunden, zehn bis fünfzehn Zentimeter zwei bis vier, fünfzehn bis gut zwanzig Zentimeter vier bis acht Stunden, oft auf zwei Termine verteilt. Ein halber Sleeve kommt auf zehn bis zwanzig Stunden in drei bis sechs Sitzungen, ein ganzer auf fünfundzwanzig bis fünfzig, und ein voller Rücken kann über vierzig Stunden dauern, verteilt auf mehr als ein Jahr.

Mit diesen Stunden landet ein Motiv von etwa fünfzehn Zentimetern bei üblichen Sätzen grob zwischen 200 und 600 Euro, ein halber Sleeve zwischen 800 und 3.000 Euro und ein ganzer Arm zwischen 2.000 und 7.500 Euro oder mehr. Die Spannen sind absichtlich breit, denn innerhalb davon entscheidet vor allem der Stil.

Der Stil multipliziert stärker als die Stelle. Reine Linework und Old School mit klarer Kontur und flächiger Füllung gehören zum Schnellsten, was es gibt. Realismus, Dotwork, Biomechanik und dichtes Blackwork brauchen für dieselbe Fläche zwei- bis dreimal so viel Zeit, weil jeder Grauwert in vielen Durchgängen oder Punkt für Punkt aufgebaut wird. Farbe ist der zweite große Faktor: Gesättigtes Einfärben verlangt mehrere Durchgänge über dieselbe Haut, und dasselbe Motiv in Farbe dauert häufig das Anderthalb- bis Zweifache der Black-and-Grey-Version.

Fine Line täuscht. Es wirkt wie die günstige Wahl und ist es selten, denn Arbeit mit einer einzelnen Nadel ist langsam und verzeiht keine Eile; ein feines Motiv von fünfzehn Zentimetern kann so lange dauern wie ein Old-School-Motiv derselben Größe. Flash dagegen kommt fertig gezeichnet und in seiner Größe erprobt, sodass du nur die Zeit an der Maschine bezahlst.

Was kostet ein Tattoo am Unterarm?

Das hängt davon ab, wie viel Unterarm es sein soll. Ein geschlossenes Motiv auf der Außenseite passt meist in eine Sitzung von zwei bis vier Stunden, und weil die Stelle zu den angenehmsten zum Sitzen gehört, schafft der Tätowierer pro Termin mehr als an einer schwierigen Stelle derselben Größe. Bei üblichen Stundensätzen heißt das ungefähr 200 bis 600 Euro, während ein kleiner Schriftzug oder ein Symbol an der Innenseite nah am Mindestpreis bleibt.

Ein komplett gestochener Unterarm ist ein Projekt und kein Termin: grob acht bis fünfzehn Stunden, verteilt auf mehrere Sitzungen, also eher im Bereich von 700 bis 2.200 Euro, je nach Stil und Dichte. Teuer machen einen solchen Unterarm selten die Hauptmotive, sondern der Hintergrund, der sie verbindet, also Rauch, Wolken, Wasser oder Ornamente. Diese Stunden sieht man der Skizze nicht an, darum lohnt die Frage, wie viel davon geplant ist.

Abseits des Arms verteuert die Stelle ein Tattoo aus Gründen, die mit dem Motiv nichts zu tun haben. Rippen, Wirbelsäule und Schienbein hält man nicht so lange am Stück aus, also verteilt sich dieselbe Fläche auf mehr Termine. Hüfte, Brust und jede stärkere Rundung brauchen mehr Zeit für das Stencil, bevor die Maschine überhaupt läuft. Am Ellenbogen, an Händen und Füßen gehört das Nachstechen zu den echten Kosten.

Was nicht im Angebot steht

Das Angebot ist reine Zeit an der Maschine, und drumherum kommen Posten dazu, die beim ersten Tattoo oft unterschätzt werden. Der erste ist die Anzahlung. Mit ihr sicherst du dir den Termin und bezahlst die Zeichenarbeit für deinen Entwurf; sie wird später vom Gesamtpreis abgezogen und verfällt meist, wenn du kurzfristig absagst oder nicht erscheinst. Fast alle ernsthaften Studios verlangen eine, und das ist ein gutes Zeichen.

Trinkgeld ist kein Muss. Wer zufrieden ist, gibt oft etwas, aber niemand rechnet so fest damit wie in den USA. Das Nachstechen ist bei vielen Studios für die eigene Arbeit innerhalb einiger Monate kostenlos, schließt aber Finger, Hände und Füße häufig aus. Frag danach, wenn du buchst, nicht erst, wenn das Tattoo verheilt ist.

Rechne außerdem mit einem freien Tag nach einer langen Sitzung, mit der Anfahrt zu jedem Termin bei einem mehrteiligen Projekt, mit Pflegecreme und milder Waschlotion und mit einem möglichen Aufpreis, wenn du den Entwurf nach der Freigabe noch stark ändern willst. Betäubungscreme zahlst du selbst, falls du sie nutzen willst, und nur nach Absprache mit dem Studio. Der Posten, den niemand einplant, ist die Reue: Aufhellen, Überdecken oder Entfernen kostet ein Vielfaches des ursprünglichen Preises.

Was kostet es, ein Tattoo lasern zu lassen?

Deutlich mehr als das Stechen, und immer in mehreren Terminen. Die Entfernung mit dem Laser wird pro Sitzung nach Größe der behandelten Fläche abgerechnet; für ein vollständig verschwundenes Tattoo sind meist sechs bis zwölf Sitzungen nötig, bei bunten oder sehr dichten Arbeiten auch mehr, mit sechs bis acht Wochen Abstand oder länger. Als Größenordnung liegt eine Sitzung für ein münzgroßes Motiv oft bei 50 bis 100 Euro, für eine handtellergroße Fläche bei 100 bis 250 Euro und für große Flächen darüber.

Über alle Sitzungen gerechnet kann das komplette Weglasern eines handtellergroßen Tattoos also ein Mehrfaches dessen kosten, was das Stechen gekostet hat, und aus ästhetischen Gründen zahlst du es in aller Regel selbst. Seit dem 31. Dezember 2020 dürfen Tattoos in Deutschland nach der NiSV nur noch von Ärztinnen und Ärzten mit dem Laser entfernt werden, die Behandlung findet also in einer Arztpraxis statt. Wer nur aufhellen will, damit ein Cover-up darüber Platz hat, kommt oft mit zwei bis fünf Sitzungen aus und zahlt einen Bruchteil.

Wie du sparst, ohne ein schlechteres Tattoo zu bekommen

Wirklich spart, wer Stunden streicht, nicht wer einen billigeren Stundensatz sucht. Ein klareres Motiv zum selben Satz wird besser als ein überladenes zum niedrigen Satz. Black and Grey statt Farbe spart viel Zeit auf der Liege und altert auf fast jeder Haut gut. Flash, also Motive, die der Tätowierer fertig gezeichnet anbietet, kostet keine Entwurfszeit und ist meist spürbar günstiger als eine Einzelanfertigung; an Flash Days steht der Preis oft schon vorher fest.

Ein Neuling in einem guten Studio ist die bessere Wahl als ein alter Hase in einem schlechten, denn Hygiene und Aufsicht hängen am Studio. Frag bei großen Projekten nach einem Tagessatz und wähle eine Stelle, die zum Motiv passt, damit keine zusätzlichen Termine oder Stencil-Stunden anfallen. Was nicht funktioniert: Feilschen, das dich als schwierige Kundschaft dastehen lässt, und ein detailreiches Motiv so lange zu verkleinern, bis es ins Budget passt. In fünf Jahren ist es ein Fleck, und das ist die teuerste Rechnung von allen.

Häufige Fragen

Gibt es einen Tattoo-Kosten-Rechner?

Die Rechnung kannst du selbst aufstellen: geschätzte Stunden mal Stundensatz, mindestens aber der Mindestpreis. Ein Online-Rechner kennt weder deinen Stil noch den Satz deines Studios, deshalb ist die Schätzung eines Tätowierers immer genauer. Frag bei mehreren Studios nach Stunden und Satz, dann vergleichst du Gleiches mit Gleichem.

Warum nennen zwei Studios so unterschiedliche Preise für dasselbe Motiv?

Weil sie mit unterschiedlichen Sätzen und manchmal mit unterschiedlichen Stunden rechnen. Frag jedes Studio, wie viel Zeit es einplant und was die Stunde kostet. Schätzt eines nur die Hälfte der Zeit der anderen, lass dir erklären, wie es das schaffen will.

Ist ein farbiges Tattoo teurer als eines in Schwarz?

Meistens ja, und der Grund ist die Zeit, nicht die Farbe selbst. Gesättigte Flächen brauchen mehrere Durchgänge über dieselbe Haut, die Sitzung wird also deutlich länger; das zusätzliche Material fällt daneben kaum ins Gewicht.

Lohnt es sich, für ein günstigeres Tattoo in eine andere Stadt zu fahren?

Zum Sparen fast nie: Fahrt, Übernachtung und das Nachstechen, das du dann nicht um die Ecke machen lassen kannst, fressen den Unterschied auf. Sinnvoll ist die Reise zu einer bestimmten Person, deren Arbeiten dich überzeugen, nicht die Flucht vor einem Preis.

Wie komme ich mit fester Größe ins Beratungsgespräch?

Leg das Motiv in seinen echten Zentimetern auf ein Foto deines Arms, Beins oder Rückens, zum Beispiel im Tattoo-Simulator von InkCraft, und bring das Bild mit. Die günstigste Stunde ist die, die nicht für Umplanen auf der Liege draufgeht.

Teste es auf deiner Haut, bevor du dich festlegst

InkCraft legt jede dieser Vorlagen auf ein Foto von dir, angepasst und um die Körperstelle gewölbt, die du wählst, damit du urteilen kannst, bevor es für immer ist.

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