Tattoo-Stile: Übersicht und wie du wählst
Von Uladzimir TumanauAktualisiert am
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Zwischen Old School vom Hamburger Hafen und Cybersigilism vom Bildschirm liegen hundert Jahre, doch alle Tattoo-Stile beantworten dieselben drei Fragen: wie dick die Linie ist, wie viel Schwarz das Bild trägt und ob Farbe dazukommt. Darunter findest du jeden Stil dieser Sammlung, danach, wie du wählst.

Maori-Tattoos
23 Vorlagen

Tribal-Tattoos
48 Vorlagen

Fine-Line-Tattoos
48 Vorlagen

Yakuza-Tattoos
22 Vorlagen

Blackwork-Tattoos
48 Vorlagen

Chicano-Tattoos
37 Vorlagen

Trash-Polka-Tattoos
48 Vorlagen

Blackout-Tattoos
22 Vorlagen

Traditional-Tattoos
48 Vorlagen

Dotwork-Tattoos
48 Vorlagen

Ornamental-Tattoos
48 Vorlagen

Anime-Tattoos
16 Vorlagen

Patchwork-Tattoos
22 Vorlagen

3D-Tattoos
22 Vorlagen

Neo-Traditional-Tattoos
48 Vorlagen

Watercolor-Tattoos
48 Vorlagen

Japanische Tattoos
48 Vorlagen

Realistic-Tattoos
32 Vorlagen

Biomechanik-Tattoos
27 Vorlagen

Gothic-Tattoos
32 Vorlagen

Cybersigilism-Tattoos
27 Vorlagen

Handpoke-Tattoos
44 Vorlagen

Keltische Tattoos
33 Vorlagen

Flash-Tattoos
22 Vorlagen

Linien-Tattoos
48 Vorlagen
Tattoo-Stile erklärt: was hinter den Namen steckt
Die meisten Stilnamen verraten, woher eine Bildsprache stammt, und mit der Herkunft kommen die Regeln. Die älteste Linie führt in die Häfen. Old School und Flash sind die Bildwelt der Seeleute, mit dicker schwarzer Kontur, wenigen satten Farben und Ankern, Schwalben und Herzen, die man auch von der anderen Straßenseite erkennt. Christian Warlich stach solche Motive auf St. Pauli schon in den Zwanzigerjahren, und Neo Traditional ist deren jüngerer Verwandter mit feinerer Linie, weicheren Schatten und breiterer Palette.
Eine zweite Gruppe bilden Traditionen mit eigener Grammatik. Japanische Tattoos verteilen Koi, Drachen, Wellen und Wind über eine ganze Körperpartie, Maori- und Tribal-Arbeiten folgen in tiefem Schwarz dem Muskel, und Chicano entstand in den Gefängnissen und Vierteln von Los Angeles als Black and Grey mit einer einzelnen feinen Nadel. Wählst du einen dieser Stile, übernimmst du Motive und Kompositionsregeln mit Geschichte, und du brauchst jemanden, der diese Geschichte kennt und dir auch sagt, was nicht zu dir gehört.
Die dritte Gruppe hat sich ihre Mittel bei Grafik und Malerei geborgt. Blackwork arbeitet mit vollen Flächen und harten Kontrasten wie ein Holzschnitt, Dotwork baut Schatten aus Punkten wie ein Kupferstich in Punktiermanier, Watercolor lässt Farbe ohne Kontur auslaufen, und Biomechanik geht auf die Bilder des Schweizer Malers HR Giger zurück, in denen Fleisch und Maschine verwachsen. Am jüngsten sind die Stile aus Szene und Bildschirm: Trash Polka, ab Ende der Neunzigerjahre in Würzburg entwickelt, Anime, Patchwork und Cybersigilism mit seinen spitzen, dornigen Linien.
Welcher Tattoo-Stil passt zu dir: Linie, Schwarz und Farbe
Für die Wahl zählt weniger der Name als drei Eigenschaften, die jeder Stil in anderer Mischung hat. Die erste ist die Linie. Eine einzelne feine Nadel wie bei Fine Line ergibt zarte Bilder, die klein sein dürfen, aber jede Unsicherheit der Hand zeigen und mit den Jahren weicher werden; eine kräftige Kontur wie im Old School hält das Motiv auch dann zusammen, wenn die Tinte sich in der Haut ausbreitet, was sie immer tut. Die zweite ist das Schwarz. Volle Flächen in Blackwork, Tribal oder Blackout altern am langsamsten und können obendrein alte Tattoos überdecken, verlangen aber eine Entscheidung, die sich kaum zurücknehmen lässt.
Die dritte ist die Farbe. Rot und Schwarz bleiben lange kräftig, Gelb, Weiß und zarte Pastelltöne verblassen zuerst, und Watercolor ohne Kontur braucht früher ein Nachstechen als ein Motiv, das von einer Linie gehalten wird. Sonne beschleunigt das bei jedem Stil, und ein Unterarm, der jeden Sommer im Freibad und im Urlaub draußen ist, zeigt den Unterschied nach wenigen Jahren. Auf dunkler Haut tragen Schwarz und tiefe Farbtöne den Kontrast, während helle Farben kaum hervortreten; lass dir deshalb verheilte Arbeiten auf einem Hautton zeigen, der deinem ähnelt.
Danach entscheidet die Fläche, die du der Stelle geben kannst. Japanische Kompositionen und Realistic brauchen Platz, damit Gesichter, Schuppen und Wellen auch in zehn Jahren lesbar bleiben, während Fine Line und Linework schon am Handgelenk funktionieren. Und mit dem Stil wählst du zugleich die Person. Die meisten Tätowierer sind in einem oder zwei Stilen wirklich zu Hause, und ein Portfolio, das immer wieder dieselbe Handschrift zeigt, verrät mehr als eines, das alles ein bisschen kann.
Verschiedene Tattoo-Stile an einem Körper
Wer über die Jahre sammelt, trägt irgendwann mehrere Stile auf demselben Arm, und das sieht gut aus, solange eine Sache gleich bleibt. Am einfachsten ist das mit der Linienstärke: Old School, Neo Traditional und Flash vertragen sich, weil ihre Konturen ähnlich kräftig sind, während ein Fine-Line-Motiv neben einem dicken Old-School-Panther immer wie eine Skizze wirkt. Wer verschiedene Linien mischen will, legt stattdessen die Farbe fest, etwa nur Schwarz und Grau, und hält so sehr unterschiedliche Bilder zusammen.
Patchwork macht aus dem Sammeln einen eigenen Stil: Einzelstücke mit sichtbarer Haut dazwischen, wie Aufnäher auf einer Jeansjacke. Ein geplantes Sleeve verbindet die Bilder dagegen mit einem Hintergrund aus Wolken, Wellen, Ornament oder Schwarz, und der lässt sich kaum nachholen, wenn zwischen den Motiven nur noch schmale Lücken bleiben. Entscheide deshalb vor dem zweiten Tattoo, welcher Weg es werden soll, und halte beim ersten genug Abstand zu Ellenbogen und Schulter, damit beide Möglichkeiten offen bleiben.
Häufige Fragen
Wie viele Tattoo-Stile gibt es?
Eine verbindliche Liste gibt es nicht, und wer fünfzig Namen zählt, rechnet Techniken und Moden mit. Fine Line, Linework und Minimal beschreiben oft dasselbe, und Old School ist im deutschen Studio meist das, was in den USA Traditional heißt. Fast jeder Stil lässt sich auf wenige Grundformen zurückführen: feine Linie, kräftige Kontur mit Farbe, volles Schwarz, Black and Grey und die Traditionen mit eigener Bildsprache.
Welche Tattoo-Stile sind neu?
Zu den jüngsten gehören Cybersigilism, dessen dünne, spitze Linien an Stacheldraht und die Grafik der frühen Zweitausender erinnern, Neo Tribal, das die schwarzen Formen der Neunziger aufbricht, und Micro Realism, also Realistic im Miniaturformat. Ob ein neuer Stil bleibt, hängt oft an seiner Technik: Trash Polka war vor gut 25 Jahren selbst neu und ist geblieben, weil hinter dem Look ein durchdachtes Verfahren steckt. Bei Miniaturformaten frag nach verheilten Fotos, die ein paar Jahre alt sind.
Welcher Tattoo-Stil hält am längsten?
Die Stile mit viel Schwarz und kräftiger Kontur: Tribal, Blackwork, Blackout und Old School sehen nach zwanzig Jahren dem frischen Tattoo noch am ähnlichsten. Am meisten Pflege brauchen sehr feine Linien, stark verdünntes Grau und Farbe ohne Kontur, weil sich dort Ausbreitung und Verblassen zuerst zeigen. Mit Sonnenschutz und einem Nachstechen nach einigen Jahren hält aber auch ein feiner Stil lange.
Sind japanische Tattoos und Yakuza-Tattoos derselbe Stil?
Es ist dieselbe Bildsprache, nur anders gemeint. Japanisch nennen Studios die Tradition des Irezumi mit Koi, Drachen, Päonien und Wellen; Yakuza meint meist den großen, geschlossenen Körperanzug, das Horimono, das in Japan lange mit der organisierten Kriminalität verbunden wurde. Deshalb ist ein Tattoo dort bis heute in vielen heißen Quellen und manchen Fitnessstudios unerwünscht.
Wie vergleiche ich zwei Stile an meiner Haut?
Nimm dasselbe Motiv in zwei Stilen, etwa eine Rose in Fine Line und eine in Old School, und leg beide nacheinander auf ein Foto der Stelle im Tattoo-Simulator von InkCraft. Halt das Handy dann auf Armlänge von dir weg: Der Stil, den du aus dieser Entfernung noch erkennst, wirkt an der Stelle auch im Alltag.
Teste es auf deiner Haut, bevor du dich festlegst
InkCraft legt jede dieser Vorlagen auf ein Foto von dir, angepasst und um die Körperstelle gewölbt, die du wählst, damit du urteilen kannst, bevor es für immer ist.
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