Tattoo-Pflege: die ersten Tage und Wochen
Von Uladzimir TumanauAktualisiert am
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Sanft waschen, dünn eincremen, nichts abziehen und raus aus der Sonne: Die Pflege eines frischen Tattoos passt in eine Zeile. Schwierig ist nur die Frage, ob das, was du am zweiten, sechsten oder zehnten Tag siehst, normal ist, und genau darum geht es hier.
Was nach dem Stechen in der Haut passiert
Ein Tattoo ist eine kontrollierte Wunde mit Farbe darin. Die Nadel durchsticht die Oberhaut, die sich ständig erneuert, und setzt das Pigment in die Lederhaut darunter, die das nicht tut. Darin liegt das ganze Geheimnis der Dauerhaftigkeit: Farbe, die zu flach sitzt, ist nach Monaten weg, und Farbe, die zu tief sitzt, verläuft unscharf.
Deshalb läuft die Heilung nach zwei Uhren, und wer sie verwechselt, macht sich unnötig Sorgen. Die Oberfläche braucht zwei bis drei Wochen, bis sie geschlossen ist, und alles, was du in dieser Zeit siehst, gehört dazu: Nässen, Spannen, Schuppen, Glanz und Jucken. Darunter ordnet sich die Farbe in der Lederhaut noch zwei bis sechs Monate lang; sichtbar ist davon nichts, aber das Tattoo setzt sich und wirkt danach meist etwas weicher und gleichmäßiger als in der dritten Woche.
Daraus folgt eine einfache Regel: Beurteile das Ergebnis nicht zu früh. Was nach drei Wochen wie eine Lücke in der Schattierung oder eine zu graue Linie aussieht, gleicht sich oft von selbst aus. Ob wirklich nachgestochen werden muss, entscheidest du nach etwa drei Monaten bei Tageslicht.
Folie, Salbe oder trocken: drei Wege der Heilung
Es gibt nicht die eine richtige Pflege, es gibt drei, und dein Studio hat sich für eine entschieden. Davon hängt ab, was du in den nächsten zwei Wochen tust, und wer die Routine einer Methode auf ein Tattoo anwendet, das nach einer anderen heilt, handelt sich leicht Probleme ein. Halte dich deshalb zuerst an den Pflegezettel, den du im Studio bekommst.
Die atmungsaktive Heilfolie, oft Second Skin genannt, klebt der Tätowierer direkt nach der Sitzung auf. Die erste kommt nach zwölf bis vierundzwanzig Stunden ab, dann wird gewaschen, gründlich getrocknet und eine zweite aufgeklebt, die drei bis sechs Tage bleiben kann. Damit nimmt sie dir die größte Fehlerquelle ab, nämlich dich selbst. Dafür kostet sie mehr, löst sich an Gelenken und behaarter Haut, und das Wundwasser, das sich am zweiten Tag darunter sammelt, sieht schlimmer aus, als es ist; einige wenige vertragen den Kleber nicht.
Beim klassischen Weg bleibt Frischhaltefolie oder ein Verband nur ein paar Stunden drauf. Danach wäschst du zwei- bis dreimal täglich und trägst jedes Mal eine hauchdünne Schicht Salbe oder Creme auf, etwa zwei Wochen lang. Das passt für Stellen, an denen Folie nicht hält, und für alle, die den Kleber nicht vertragen, hängt aber ganz davon ab, dass du es richtig machst: Frischhaltefolie über Nacht und zu viel Creme sind die beiden Fehler, die am häufigsten eine Heilung verderben.
Trocken heilen heißt waschen und trocken tupfen, ohne etwas aufzutragen, oder nur ein wenig Lotion, wenn die Haut spannt. Manche schwören darauf, aber die Krusten werden dicker und reißen leichter, vor allem über Gelenken, und es geht eher Farbe verloren; nur wenige Studios empfehlen es. Egal welche Methode, drei Regeln gelten immer: frisch gewaschene Hände bei jeder Berührung und keine fremden Hände, mit Küchenpapier abtupfen statt mit dem Handtuch aus dem Bad, und lieber zu wenig Produkt als zu viel.
Tattoo-Pflege in den ersten Tagen nach dem Stechen
In der ersten Nacht verhält sich das Tattoo wie das, was es ist, nämlich wie eine offene Wunde. Rechne mit Rötung über das Motiv hinaus, mit Wärme und mit einer Schwellung, die an Händen, Füßen und Knöcheln deutlich ausfallen kann. Es tritt Wundwasser mit etwas Blut aus, gefärbt von der Tinte, was beim ersten Mal erschreckt und nichts bedeutet: Was da herauskommt, ist überschüssige Farbe aus der Oberhaut, nicht die Farbe in der Lederhaut.
Nimm die Folie zu dem Zeitpunkt ab, den dir das Studio genannt hat. Schlaf auf einem alten Handtuch oder einem Laken, um das es nicht schade ist, sonst klebt das Tattoo am Bettzeug fest, und verzichte an diesem Abend auf Alkohol, der die Blutung fördert und das Nässen verlängert.
Vom ersten bis zum dritten Tag lässt das Nässen nach, und die Stelle fühlt sich heiß, gespannt und wie verbrannt an; oft ist es jetzt unangenehmer als am Tag der Sitzung. Die Farben leuchten, und das ist der richtige Moment für ein Foto, denn in ein paar Tagen werden sie matt. Auf dem klassischen Weg wäschst du mit lauwarmem Wasser und einer milden, parfümfreien Waschlotion und trägst danach eine dünne Schicht auf; mit Heilfolie lässt du alles, wie es ist.
Die erste Woche: Schuppen, Schleier und Juckreiz
Zwischen dem vierten und dem siebten Tag beginnt die Oberfläche zu schuppen wie nach einem Sonnenbrand, und darunter wirkt das Tattoo milchig, trüb und leblos. In dieser Phase glaubt fast jeder, etwas sei schiefgegangen, dabei passiert es allen: Der Schleier ist abgestorbene Oberhaut über der Farbe und verschwindet von selbst. Die Schüppchen lösen sich unter der Dusche und an der Kleidung, oft mit sichtbarer Farbe daran; lass sie gehen und zieh an keinem, das noch hält.
Die zweite Woche bringt das Jucken, und viele erinnern sich daran als den schlimmsten Teil, schlimmer als die Sitzung selbst. Es hilft, regelmäßig einzucremen, denn Trockenheit verstärkt es, ebenso ein kühles Kissen über sauberer Kleidung, nie Eis direkt auf der Haut, und sanftes Klopfen statt Kratzen. Nicht helfen parfümierte Produkte, betäubende Cremes und reine Willenskraft.
Am Ende dieser Woche ist das Schuppen weitgehend vorbei, und manche Stellen glänzen noch oder fühlen sich leicht erhaben an; das legt sich. In der dritten bis vierten Woche ist die Oberfläche geschlossen, und du kannst wieder schwimmen, Sonnencreme benutzen und die Stelle wie normale Haut behandeln. Ist dann noch ein Bereich entzündet, nass oder deutlich wulstig, gehört das nicht mehr zum normalen Verlauf und sollte ärztlich angeschaut werden.
Welche Creme für ein frisches Tattoo?
Die erste Antwort ist die deines Studios, denn sein Pflegezettel ist für die Methode geschrieben, die es bei dir benutzt hat. In der Apotheke greifen viele zu einer Wund- und Heilsalbe mit Dexpanthenol oder zu einer speziellen Tattoo-Pflegecreme, später zu einer unparfümierten Lotion. In jedem Fall gilt, dass die Schicht so dünn sein soll, dass die Haut fast matt aussieht. Glänzt sie, ist es zu viel, und du tupfst den Überschuss mit Küchenpapier ab.
Es gibt einen echten Streitpunkt, den du kennen solltest. Vaseline und viele Salben auf Erdölbasis gelten als bewährtes Hausmittel, doch die Amerikanische Akademie für Dermatologie rät auf tätowierter Haut zu einer Lotion oder Creme auf Wasserbasis und zum Verzicht auf Erdölprodukte. Der Kompromiss, auf den sich viele Tätowierer geeinigt haben: eine hauchdünne Salbenschicht in den ersten zwei, drei Tagen, solange die Haut wirklich offen ist, danach eine schlichte Creme ohne Duftstoffe.
Bei der Seife ist es ähnlich, denn manche Pflegezettel wollen antibakteriell, während die Dermatologie mild und ohne Parfüm bevorzugt. Einig sind sich alle, dass gründlich abgespült wird, mit lauwarmem Wasser und nicht unter dem harten Strahl. Lass Alkohol, Wasserstoffperoxid, parfümierte Öle, Teebaumöl und Hausmittel weg, auch wenn sie dir jemand wärmstens empfiehlt.
Sauna, Schwimmbad, Sonne und Sport
Die wichtigste Regel betrifft das Wasser: kein Schwimmbad, keine Badewanne, kein Whirlpool, kein Baggersee und kein Meer für zwei bis drei Wochen. Kurzes, lauwarmes Duschen ist nötig und erlaubt, langes Einweichen dagegen weicht die Oberfläche auf und bringt sie mit Wasser in Kontakt, das nicht sauber ist. Sauna und Dampfbad belasten die heilende Haut mit Hitze und Schweiß, und viele Studios raten, damit zu warten, bis das Tattoo vollständig geschlossen ist. Den Urlaub an Nord- oder Ostsee legst du deshalb besser vor den Termin als direkt dahinter.
Sonne auf heilender Haut reizt und bleicht die Farbe aus. Solange es heilt, deckst du das Tattoo mit lockerer Kleidung ab statt mit Sonnencreme, und auch das Solarium ist tabu. Ist es geschlossen, bekommt es Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher, und zwar für immer, denn nichts entscheidet stärker darüber, wie es in zehn Jahren aussieht.
Am Tag danach kannst du dich normal bewegen, richtiges Training geht nach der ersten Woche wieder, und zwei Wochen lang sollte nichts genau diese Stelle dehnen oder reiben. Das Problem ist nicht der Sport, sondern Schweiß, Reibung und die Keime auf den Geräten im Fitnessstudio. Deshalb entscheidet die Stelle: Eine Wade verträgt am vierten Tag einen Lauf, die Innenseite des Oberarms verträgt die Klimmzugstange erst, wenn sie geschlossen ist.
Pflege je nach Körperstelle
Wo das Tattoo sitzt, entscheidet, welcher Teil der Pflege schwierig wird. Oberarm, Unterarm und Wade heilen fast von allein: kein Knick, wenig Reibung, gut erreichbar und von Kleidung bedeckt. Ellenbogen und Knie sind das Gegenteil, denn sie beugen sich ständig, und die Haut über dem Gelenk reißt beim Austrocknen; creme sie öfter ein als jede andere Stelle und sieh ein Nachstechen als normalen Teil der Arbeit.
Am Handgelenk stören Uhr, Armbänder und Ärmelbündchen, also lass sie zwei Wochen weg. An Hüfte und unterem Rücken reibt der Hosenbund, am Oberschenkel die Jeans, an Brust und Rippen BH-Träger, Rucksack und Sicherheitsgurt, an Knöchel und Fuß der Schuh; Füße schwellen außerdem an und freuen sich abends über hochgelegte Beine. Am Hals reiben Kragen und Haare, und hinter dem Ohr landen Shampoo und Kopfhörer genau auf der frischen Arbeit.
Hände, Finger und Handinnenflächen verlieren oft Farbe, auch bei perfekter Pflege, weil sich die Haut dort schnell erneuert und nie stillhält; das Nachstechen wird hier von Anfang an eingeplant. Am Rücken ist die Haut unkompliziert, aber du siehst und erreichst sie nicht, also organisiere dir Hilfe vor der Sitzung und nicht erst danach.
Was normal ist und wann du zum Arzt solltest
Entscheidend ist nicht, welche Anzeichen du hast, sondern in welche Richtung sie sich bewegen. Rötung, die von Tag zu Tag abnimmt, Wärme in den ersten 48 Stunden, klares oder farbiges Wundwasser an den ersten ein bis drei Tagen, Schwellung an Händen und Füßen, Schuppen ab dem vierten Tag, ein milchiger Schleier in den ersten zwei Wochen und starkes Jucken in der zweiten: All das ist normal, genauso wie Wundwasser unter einer Heilfolie.
Nicht normal sind Rötung oder Schmerz, die nach dem dritten Tag zunehmen, dicker, trüber oder übel riechender Ausfluss und ein Ausschlag, der sich über das Tattoo hinaus ausbreitet und auch eine Reaktion auf die Farbe sein kann. Rote Streifen, die vom Tattoo wegziehen, Fieber, Schüttelfrost oder ein allgemeines Krankheitsgefühl gehören noch am selben Tag in ärztliche Hände. Eine erhabene Narbe, die über den Umriss hinauswächst, sollte sich ein Hautarzt ansehen, und Farbreaktionen, am häufigsten bei Rot, können auch Jahre später auftreten.
Nichts davon ersetzt den Pflegezettel deines Studios oder den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Passt etwas nicht zu dem, was du hier gelesen hast, frag zuerst dort nach und nicht bei einem Ratgeber.
Häufige Fragen
Wie lange muss ich ein frisches Tattoo eincremen?
Beim klassischen Weg etwa zwei Wochen, bis das Schuppen vorbei ist, mit einer hauchdünnen Schicht zwei- bis dreimal am Tag. Danach tut eine unparfümierte Lotion der Haut weiter gut, und ab der dritten bis vierten Woche kommt täglicher Sonnenschutz dazu, sobald die Stelle Licht abbekommt.
Wann darf ich nach dem Stechen duschen?
Am selben Tag, sobald die Folie ab ist, kurz, lauwarm und nicht direkt unter dem Strahl. Was du zwei bis drei Wochen vermeidest, ist das Einweichen in Wanne, Becken oder See.
Warum schuppt mein Tattoo, und darf ich die Haut abziehen?
Es schuppt, weil die Oberhaut die Schicht abstößt, die die Nadel verletzt hat, und das gehört zur Heilung. Hilf nicht nach: Ein zu früh abgezogenes Schüppchen nimmt Farbe mit, und das ist die häufigste Ursache für eine helle Stelle, die später nachgestochen werden muss.
Mein Tattoo ist ungleichmäßig verheilt, ist es ruiniert?
Fast sicher nicht, und fast sicher bist du auch nicht schuld. Warte die vollen drei Monate ab, mach ein Foto bei Tageslicht und geh zu dem Studio zurück, das es gestochen hat, denn dort liegen Stencil, Farben und Motiv; viele bessern ihre eigene Arbeit beim ersten Mal innerhalb einiger Monate kostenlos nach.
Kann ich vorher sehen, wie das Tattoo aussehen wird?
Ja, und die Heilung fällt leichter mit einem Motiv, das du in der zweiten Woche noch magst. Bevor jemand die Maschine anwirft, kannst du den Entwurf in echter Größe auf ein Foto von dir legen, zum Beispiel mit dem Tattoo-Simulator von InkCraft.
Teste es auf deiner Haut, bevor du dich festlegst
InkCraft legt jede dieser Vorlagen auf ein Foto von dir, angepasst und um die Körperstelle gewölbt, die du wählst, damit du urteilen kannst, bevor es für immer ist.
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