Tattoo-Ideen

Tattoo-Symbole: Bedeutung, Herkunft und Fallen

Von Aktualisiert am

This page in EnglishEsta página en españolEsta página em português

Ein Symbol ist ein Bild, das ein Fremder lesen soll, ohne dass du daneben stehst und es erklärst. Darunter findest du die Motive mit eigener Seite; danach, wie kleine Zeichen lesbar bleiben, woher keltische, buddhistische und polynesische Symbole stammen und welche hierzulande anders gelesen werden.

Kleine Tattoo-Symbole mit Bedeutung, auch für den Finger

Ein Symbol muss auch dann noch lesbar sein, wenn sich die Tinte mit den Jahren ein wenig in der Haut ausbreitet, und je kleiner es ist, desto weniger Linien verträgt es. Herz, Mond, Stern, Pfeil, Welle und Anker funktionieren in Daumennagelgröße, weil sie aus wenigen Strichen und viel freier Haut bestehen. Eine Windrose mit allen Himmelsrichtungen oder ein keltischer Knoten mit vielen Kreuzungen braucht dagegen ein Vielfaches dieser Fläche, sonst laufen die Zwischenräume zu und das Zeichen wird zum Fleck.

Manche Symbole sind eigentlich Schrift, etwa Runen, Sternzeichen, römische Zahlen und das Semikolon. Bei ihnen gibt es richtig und falsch wie bei einem Wort: Eine gespiegelte Rune ist ein anderer Buchstabe, das Zeichen der Waage ist kein Omega, und in einer römischen Jahreszahl entscheidet ein einziger Strich über das Jahrzehnt. Lass solche Zeichen vor dem Termin gegenprüfen, am besten von jemandem, der die Schrift wirklich lesen kann.

Am Finger wird jedes Symbol auf die Probe gestellt. Die Haut erneuert sich dort schnell, reibt bei jedem Griff und liegt eng über Sehnen und Gelenken, weshalb Fingertattoos schneller verblassen als fast alle anderen. Am besten halten einfache, offene Formen auf dem Fingerrücken zwischen den Gelenken, während Linien an den Seiten und auf der Innenseite oft schon im ersten Jahr verschwimmen. Ein schmaler Ring um den Finger ist der Klassiker für Paare, und wer einen echten Ring dazu tragen will, setzt die Linie knapp darüber oder darunter.

Keltische, buddhistische und Maori-Symbole: woher sie stammen

Was heute als keltisch gilt, stammt aus sehr verschiedenen Jahrhunderten. Die Wirbel und Ranken des Latène-Stils schmücken Gold und Bronze der Eisenzeit, auch Funde aus Deutschland wie die vom Glauberg in Hessen. Die dreifache Spirale am irischen Ganggrab Newgrange ist viel älter und wurde lange vor den Kelten in den Stein geschlagen. Das typische Flechtwerk mit seinen endlosen Knoten kennt man dagegen vor allem aus christlichen Handschriften des frühen Mittelalters aus Irland und Northumbrien, etwa den Evangelien von Lindisfarne, und die Triquetra wurde später als Zeichen der Dreifaltigkeit gelesen. Ein Knoten, der heute als Symbol für Mutter und Kind angeboten wird, ist eine junge Erfindung, was ihn nicht weniger gültig macht, solange du es weißt.

Buddhistische Symbole folgen einem festen Kanon. Die acht Glückszeichen, darunter Muschelhorn, Schirm, Siegesbanner und das Rad der Lehre, schmücken in Tibet und im ganzen Himalaya Türen, Teppiche und Tempelwände; die acht Speichen des Rades stehen für den Achtfachen Pfad, der endlose Knoten für die Verbundenheit aller Dinge. Das Unalome, eine Spirale, die in eine Zickzacklinie und schließlich in eine gerade Linie mit Punkten übergeht, stammt aus den thailändischen Sak-Yant-Tätowierungen und wird als Weg zur Erleuchtung gelesen. Ein Buddha-Kopf gehört nach dem Verständnis vieler Gläubiger über die Gürtellinie, nie auf Fuß oder Wade; in Thailand und Sri Lanka wäre das eine grobe Respektlosigkeit.

Bei Maori- und polynesischen Symbolen hängt die Bedeutung weniger am einzelnen Zeichen als an seinem Ort und am Menschen, der es trägt. Einige Formen haben trotzdem verbreitete Lesarten: der Koru, der sich entrollende Farn, für neues Leben, der Manaia, ein Wesen mit Vogelkopf, Menschenkörper und Fischschwanz, als Wächter, der Mangopare, der Kopf des Hammerhais, für Stärke und Ausdauer, und auf den Marquesas die Enata-Figur für Menschen und Ahnen. Tabellen, die jedem Dreieck und jeder Welle ein einziges Wort zuordnen, sind dagegen ein modernes Hilfsmittel der Studios und keine Überlieferung.

Symbole, die in Deutschland anders gelesen werden

Einige Zeichen hat die Geschichte hierzulande besetzt, und dein Gegenüber liest sie so, egal was du meinst. Die Algiz-Rune, als Lebensrune bekannt, stand in der NS-Zeit in Geburtsanzeigen, ihre umgedrehte Form in Todesanzeigen, und beide sind in der rechten Szene bis heute verbreitet. Das schlichte Keltenkreuz, ein Kreuz im Ring, ist neben seiner christlichen Geschichte zu einem Erkennungszeichen von Neonazis geworden, und die Zahlen 18 und 88 stehen dort für Buchstaben des Alphabets. SS-Runen oder Hakenkreuz öffentlich zu zeigen, ist als Verwendung von Kennzeichen verbotener Organisationen strafbar, auch auf der Haut, und eine Swastika aus Hinduismus oder Buddhismus wird in Deutschland fast immer als Hakenkreuz gelesen, wie auch immer sie gemeint ist.

Eine zweite Gruppe stammt aus dem Gefängnis. Fünf Punkte zwischen Daumen und Zeigefinger, vier im Quadrat und einer in der Mitte, gelten als Knastpunkte und werden als „allein zwischen vier Wänden“ gelesen, und eine kleine Träne unter dem Auge kennt man als Knastträne. Ein harmloses Motiv kann solche Codes zufällig streifen, etwa drei Füllpunkte neben einem Mond oder ein Spinnennetz am Ellenbogen, das nur als Halloween-Motiv gedacht war. Frag im Zweifel im Studio nach, denn erfahrene Tätowierer kennen diese Lesarten besser als jedes Lexikon.

Häufige Fragen

Welche kleinen Symbole eignen sich für den Finger?

Formen mit wenigen Linien und viel Haut dazwischen: ein Herz als Kontur, eine Mondsichel, ein offener Stern, ein Pfeil, ein einzelner Buchstabe. Alles mit kleinen geschlossenen Flächen oder feiner Schrift läuft dort schnell zu. Plane ein Nachstechen ein, denn kaum eine Stelle verliert so rasch an Schärfe wie der Finger.

Gibt es ein Buch über Maori-Symbole und ihre Bedeutung?

Ja, und am meisten lohnt eines, das aus der Tradition heraus geschrieben ist. „Mau Moko“ der Maori-Wissenschaftlerin Ngahuia Te Awekotuku erzählt das Moko aus der Sicht der Menschen, die es tragen, und „Ta Moko“ von David Simmons ist ein älterer Klassiker zu Mustern und Geschichte. Kurze Symbollisten als PDF helfen beim Entwerfen, ersetzen aber kein Gespräch mit jemandem, der in dieser Tradition arbeitet.

Was bedeutet die Lotusblume im Buddhismus?

Die Pflanze wurzelt im Schlamm und blüht sauber über dem Wasser, und darum steht sie für einen Geist, der sich aus Leid und Begierde löst, ohne davon beschmutzt zu werden. Oft werden die Farben unterschieden: Weiß für die Reinheit des Geistes, Rosa für den Buddha selbst, Blau für Weisheit, Rot für Mitgefühl. Eine geschlossene Knospe meint den Weg, der noch vor dir liegt, eine geöffnete Blüte das Ziel.

Wie prüfe ich, ob ein kleines Symbol lesbar bleibt?

Leg das Symbol in der geplanten Größe auf ein Foto deines Fingers oder Handgelenks im Tattoo-Simulator von InkCraft und zoom heraus, bis die Hand so groß wirkt wie bei jemandem, der dir am Tisch gegenübersitzt. Sind die Zwischenräume schon dann kaum zu sehen, schließt die Tinte sie in ein paar Jahren ganz; nimm ein Zeichen mit weniger Linien oder eine Stelle mit mehr Platz.

Teste es auf deiner Haut, bevor du dich festlegst

InkCraft legt jede dieser Vorlagen auf ein Foto von dir, angepasst und um die Körperstelle gewölbt, die du wählst, damit du urteilen kannst, bevor es für immer ist.

Oder probier es zuerst im Browser aus: kostenlos, ohne Download