Tattoo-Ideen

Motte-Tattoo: Bedeutung, Totenkopf und Mandala

38 originale Vorlagen zum Thema Motte, für InkCraft gezeichnetVon Aktualisiert am

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Nachts unterwegs und von einem Licht angezogen, das sie verbrennt: Eine Motte sagt beinahe das Gegenteil eines Schmetterlings. Auf dem Papier trennen gefiederte Fühler und ein pelziger Körper die beiden, und weil das Tier symmetrisch ist, sitzt ein Motte-Tattoo am besten auf Hals, Brustbein oder Nacken.

Tippe auf eine Vorlage, um sie im Simulator auf deiner eigenen Haut zu sehen, ohne Anmeldung.

Diese Serie aus 38 Vorlagen zum Motiv Motte, in Zahlen

Vertretene Stile
Dotwork (11), Neo Traditional (6), Linework (4), illustrativ (3), Patchwork (3), ornamental (2)
Schwarz-Grau oder Farbe
76 % in Schwarz-Grau, 24 % in Farbe
Meist zusammen gezeichnet mit
Blume, Blatt, Schlange, Mandala

Gezählt über die 38 Vorlagen auf dieser Seite. Alle wurden für InkCraft gezeichnet; keine ist kopiert oder weiterverbreitet. Du darfst diese Zahlen zitieren, wenn du auf diese Seite verlinkst.

Motte als Tattoo: die Bedeutung

Dass Motten ins Licht fliegen, ist der Kern ihrer Bedeutung, und das Bild ist genauer, als es aussieht. Das Tier sucht das Feuer gar nicht. Lange erklärte man den Flug mit dem Mond, nach dem sich Nachtfalter in festem Winkel richten sollen, bis eine nahe Lampe diese Rechnung durcheinanderbringt; neuere Aufnahmen mit Hochgeschwindigkeitskameras deuten eher darauf hin, dass die Tiere dem hellsten Punkt ihren Rücken zuwenden, wie sonst dem offenen Himmel, und über einer Lampe die Orientierung verlieren. In beiden Fällen zerstört sie ein System, das normalerweise zuverlässig arbeitet, und das ist ein besseres Bild als bloße Selbstzerstörung: Es handelt von einer Sehnsucht, die richtig ist und trotzdem verbrennt. Goethe hat daraus im West-östlichen Divan nach persischem Vorbild das Gedicht „Selige Sehnsucht“ gemacht. Der Falter fliegt des Lichts begierig in die Kerze, und die Strophe danach enthält die zwei Wörter, die bis heute als Spruch neben ihm gestochen werden: Stirb und werde.

Der Vergleich mit dem Schmetterling liegt nahe und führt in die Irre. Der Schmetterling ist eine Verwandlung, die bei Tageslicht vollendet und vorgezeigt wird; die Motte verwandelt sich genauso gründlich, nur nachts und für niemanden. Wer sie wählt, meint meist diese stille Fassung, eine Veränderung, über die nicht gesprochen wird, oder eine Seite an sich, die nicht ans Licht soll. Im Deutschen kommt eine kleine Ironie dazu, denn bei Motten denken hier viele zuerst an Löcher im Wollpullover und an Gespinste im Mehl. Die Falter auf Tattoos sind aber fast nie Kleidermotten, sondern große Nachtfalter, Schwärmer und Spinner mit mehreren Zentimetern Spannweite, und die Unterscheidung ist mehr als Pedanterie: Ein gut gezeichneter Falter gehört zu einer bestimmten Art, und die Art erzählt mit.

Die Totenkopf-Motte ist mit Abstand die am häufigsten gestochene Art, und ihr Ruf ist verdient. Der Totenkopfschwärmer trägt auf dem Rücken eine Zeichnung, die tatsächlich einem Schädel gleicht, und sein wissenschaftlicher Name stammt aus der Unterwelt: Der Gattungsname Acherontia verweist auf den Acheron, den Fluss der Toten, der Artname atropos, den Carl von Linné 1758 vergab, auf die Schicksalsgöttin, die den Lebensfaden abschneidet. Der Falter piept, wenn man ihn anfasst, er dringt in Bienenstöcke ein, um Honig zu trinken, und seine Raupen fressen in warmen Sommern auf deutschen Kartoffeläckern, wenn die Wanderfalter aus dem Süden eingeflogen sind. In mehreren Ländern Europas galt sein Auftauchen lange als Vorzeichen für Seuche und Tod. Wer ihn trägt, trägt also ein Memento mori, das die Natur selbst gezeichnet hat und kein Tätowierer erfinden musste.

Seit 1991 hat der Totenkopfschwärmer eine zweite Karriere. Auf dem Plakat zu Jonathan Demmes Das Schweigen der Lämmer sitzt er Jodie Foster auf dem Mund, als Siegel für etwas, das nicht ausgesprochen werden darf, und im Film legt der Mörder seinen Opfern die Puppe eines nah verwandten Falters in den Rachen, als Bild für die Verwandlung, die er an sich selbst erzwingen will. Das Schädelbild auf dem Rücken des Plakatfalters geht auf eine Aufnahme zurück, die Salvador Dalí 1951 mit dem Fotografen Philippe Halsman inszenierte, unter dem Titel In Voluptas Mors. Ganz anders argumentiert der Luna-Spinner aus Nordamerika, blassgrün und mit langen Schwänzen an den Hinterflügeln: Als Falter hat er keinen funktionsfähigen Mund, frisst nichts und lebt ungefähr eine Woche, nur um sich fortzupflanzen. Das ist ein Memento mori ohne jeden Schädel, und er gehört zu den schönsten Insekten der Nordhalbkugel.

Woher das Motiv kommt

Motten kamen über den Schmetterling in die Tätowierung und haben ihn in einer bestimmten Ecke verdrängt. Die viktorianische Naturkunde machte die Schautafel zum Wohnzimmerbild, das Insekt genadelt, symmetrisch und beschriftet, und genau diese Tafel ist der Vorfahr der heutigen ornamentalen Motte mit Mandala in den Flügeln. In Deutschland hat die Sammelleidenschaft eine eigene Vorgeschichte: August Johann Rösel von Rosenhof, Miniaturmaler in Nürnberg, gab ab den 1740er-Jahren seine Insecten-Belustigung heraus, Hefte mit handkolorierten Kupferstichen, auf denen Nachtfalter mit Raupe, Puppe und Futterpflanze abgebildet sind, und viele Vorlagen mit Entwicklungsstadien folgen bis heute diesem Schema. Zum eigenständigen Tattoo-Motiv wurde die Motte mit der Blackwork- und Dotwork-Welle der 2010er-Jahre, und das passte genau, denn ein Falter ist ein symmetrisches Ding aus Schuppen, und Punkte geben Schuppen besser wieder als jede Linie. Etwa zur selben Zeit wurde die Motte an der Kehle zu einem typischen Halsmotiv des Neo Traditional, weil ihre ausgebreiteten Flügel genau die Breite unter dem Kinn füllen.

So findest du deine Version

  • Gefiederte Fühler und ein dicker, pelziger Körper: Diese zwei Details trennen eine Motte auf den ersten Blick vom Schmetterling. Glatte Fühler mit Kolben am Ende und ein schlanker Leib machen aus jedem Falter einen Tagfalter, ganz gleich, was sonst in der Zeichnung steckt. Auch die Ruhehaltung hilft: Nachtfalter legen die Flügel flach oder dachförmig über den Rücken, Tagfalter klappen sie meist nach oben zusammen, und eine Motte in Ruhe zu zeichnen statt mit ausgebreiteten Flügeln ist seltener und eindeutiger.
  • Wähle eine Art statt einer allgemeinen Motte. Totenkopfschwärmer, Luna-Spinner mit seinen langen Schwänzen, Atlasspinner, dessen Flügelspitzen wie Schlangenköpfe aussehen, und das Taubenschwänzchen, das in deutschen Gärten so oft für einen Kolibri gehalten wird, sind vier völlig verschiedene Zeichnungen. Heimisch und zu selten gestochen ist das Kleine Nachtpfauenauge mit seinen vier Augenflecken, ein Falter aus Heide und Moor, den kaum jemand kennt und fast jeder schön findet.
  • Bei einer Mandala-Motte entscheidet die Konstruktion. Das Muster in den Flügeln muss auf beiden Seiten exakt gespiegelt sein und an derselben Achse ansetzen wie der Körper, sonst fällt bei einer so strengen Form jeder Millimeter auf. Plane dafür mindestens zehn bis zwölf Zentimeter Spannweite ein, sonst laufen die inneren Ringe zu; eine kleine Motte am Hals oder Handgelenk lebt besser von einer klaren Silhouette mit zwei, drei Binnenlinien. Unter den 38 Vorlagen auf dieser Seite sind 11 in Dotwork und 6 Neo Traditional, dazu vier in Linework, je drei illustrativ und im Patchwork-Stil, je zwei ornamental und als Flash und je eine in Tribal, Blackwork, Gothic, Cybersigilism, Blackout, Old School und Fine Line.

Größe, Preis und Körperstelle

Wie groß es wird und was es kostet

Eine symmetrische Motte in Dotwork von zehn bis zwölf Zentimetern ist eine Arbeit von drei bis vier Stunden, denn Punkt für Punkt auf Flügelschuppen geht langsam. Eine schlichte Silhouette in Blackwork ist in unter zwei Stunden fertig. Eine Mandala-Motte wird nach dem Muster berechnet und nicht nach der Größe und kann sechs Stunden dauern.

Wo es gut sitzt und wie weh es tut

Die symmetrische Motte will ein flaches Feld in der Körpermitte: Kehle, Brustbein, Nacken, die Mitte des Rückens, die Innenseite des Unterarms. Die Kehle gehört zu den schmerzhaftesten Stellen überhaupt, und ein Tattoo dort ist im Alltag immer zu sehen; seitlich am Hals oder im Nacken unter dem Haaransatz lässt es sich leichter verbergen. Eine Motte in Ruhe auf einem Blatt oder an einer Fensterscheibe ist asymmetrisch und passt auf den Außenarm oder die Wade. Meide Stellen, an denen ein Flügel über eine Falte knickt.

Was du im Studio fragen solltest

  • Welche Art zeichnen wir, und arbeitest du nach einem Foto des echten Falters statt nach anderen Tattoos?
  • Setzt du die Flügelschuppen Punkt für Punkt, oder schattierst du Flächen? Davon hängen Preis und Alterung am meisten ab.
  • Bleiben die Fühler auch bei kleiner Größe gefiedert? Mit glatten Fühlern wird aus der Motte ein Schmetterling.

Preise hängen stark vom Studio und von der Region ab; lies diese Angaben als Sitzungsdauer, nicht als Kostenvoranschlag, und rechne bei jedem kleinen Motiv mit dem Mindestpreis des Studios.

Häufige Fragen

Was bedeutet ein Motte-Tattoo?

Meist eine Verwandlung, die im Verborgenen geschieht, und eine Sehnsucht, die man kennt, obwohl sie gefährlich ist; das Bild dafür ist der Flug ins Licht. Mit Schädelzeichnung, als Totenkopfschwärmer, steht die Motte für Vergänglichkeit. Und manche tragen sie schlicht, weil ihnen die Nacht näher ist als der Tag.

Was bedeutet eine Totenkopf-Motte?

Vergänglichkeit, und zwar auf einem echten Weg: Der Totenkopfschwärmer trägt die schädelähnliche Zeichnung wirklich auf dem Rücken, er piept, wenn man ihn stört, und galt in Europa lange als Todesbote. Seit dem Plakat zu Das Schweigen der Lämmer liest man ihn außerdem als Zeichen für ein Schweigen, das jemand bewahrt oder bricht.

Was unterscheidet eine Motte vom Schmetterling als Tattoo?

In der Bedeutung zeigt der Schmetterling eine Verwandlung bei Tageslicht, die Motte dieselbe Verwandlung im Dunkeln. In der Zeichnung trennen gefiederte Fühler, ein pelziger Körper und Flügel, die flach oder wie ein Dach aufliegen, den Nachtfalter vom Tagfalter.

Wie klein darf eine Motte sein?

Als klare Silhouette hält eine Motte ab etwa vier bis fünf Zentimetern Spannweite, hinter dem Ohr, am Handgelenk oder seitlich am Hals. Gefiederte Fühler und ein paar Binnenlinien gehen in dieser Größe noch, gepunktete Schuppen und Mandala-Muster nicht; die brauchen das Doppelte.

Ist die Motte aus Das Schweigen der Lämmer ein gutes Motiv?

Als Zitat ja, aber dann als Zitat: der Falter auf dem Mund, der Schädel auf dem Rücken. Wer den Film nicht meint, nimmt besser einen naturkundlich gezeichneten Totenkopfschwärmer, denn die Plakatfassung erkennt fast jeder und verbindet sie sofort mit Hannibal Lecter.

Wie prüfe ich, ob eine Motte an meinen Hals passt?

Fotografier die Stelle bei leicht angehobenem Kinn. Im Tattoo-Simulator von InkCraft legst du jede Motte dieser Seite in 3D auf deine Haut, direkt im Browser, und siehst, ob die Flügel unter dem Kinn gleich breit bleiben oder sich verziehen, sobald du den Kopf drehst.

Teste es auf deiner Haut, bevor du dich festlegst

InkCraft legt jede dieser Vorlagen auf ein Foto von dir, angepasst und um die Körperstelle gewölbt, die du wählst, damit du urteilen kannst, bevor es für immer ist.

Oder probier es zuerst im Browser aus: kostenlos, ohne Download