Tattoo-Ideen

Schildkröten-Tattoo: Bedeutung, Maori, Fineline

23 originale Vorlagen zum Thema Schildkröte, für InkCraft gezeichnetVon Aktualisiert am

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Bei der Schildkröte liefert die Natur die Vorlage gleich mit: Die Hornschilde ihres Panzers bilden ein Mosaik aus Vielecken, das sich wie Geometrie stechen lässt. Ein Schildkröten-Tattoo entscheidet sich deshalb am Panzer, als Muster, das die Arbeit trägt, oder als glatte Kuppel hinter Kopf und Flossen.

Tippe auf eine Vorlage, um sie im Simulator auf deiner eigenen Haut zu sehen, ohne Anmeldung.

Diese Serie aus 23 Vorlagen zum Motiv Schildkröte, in Zahlen

Vertretene Stile
illustrativ (7), Dotwork (5), Watercolor (2), geometrisch (2), Blackwork (2), Old School (1)
Schwarz-Grau oder Farbe
87 % in Schwarz-Grau, 13 % in Farbe
Meist zusammen gezeichnet mit
Blatt, Baum, Skelett, Mandala

Gezählt über die 23 Vorlagen auf dieser Seite. Alle wurden für InkCraft gezeichnet; keine ist kopiert oder weiterverbreitet. Du darfst diese Zahlen zitieren, wenn du auf diese Seite verlinkst.

Schildkröte als Tattoo: die Bedeutung

Die Schildkröte bedeutet langes Leben, und das ist wörtlicher gemeint als bei den meisten Symbolen. Riesenschildkröten werden weit über hundert Jahre alt, die Seychellen-Riesenschildkröte Jonathan auf St. Helena soll um 1832 geschlüpft sein, und Meeresschildkröten kehren Jahrzehnte nach ihrem Schlupf an die Küste zurück, an der sie selbst aus dem Ei kamen, um dort ihre Eier abzulegen. Ausdauer und Heimkehr stecken also im selben Tier, und deshalb hängt man an die Schildkröte so leicht beides, Geduld und Zugehörigkeit. Anders als das Englische mit turtle und tortoise unterscheidet das Deutsche dabei nicht: Schildkröte heißt jedes dieser Tiere, und im Tattoo musst du deshalb selbst sagen, welches du meinst.

In den Kulturen Polynesiens gehört die Meeresschildkröte zu den wichtigsten Motiven überhaupt. Auf Hawaii heißt sie Honu, und für manche Familien ist sie ein ʻaumakua, ein Ahnengeist in Tiergestalt, der schützt und führt; auf vielen Inseln ist sie mit Seefahrt verbunden, mit sicherer Überfahrt über offenes Wasser und mit der Linie der Familie. Was in Deutschland als Maori-Tattoo mit Schildkröte gilt, ist meist polynesisch im weiteren Sinn, mit Mustern aus Samoa, von den Marquesas oder aus Hawaii. Die Kunst der Māori in Neuseeland, das Tā moko, ist eine eigene Tradition, die Abstammung und Rang erzählt, und für Menschen ohne Māori-Herkunft gibt es ein eigenes Wort, Kirituhi, gezeichnete Haut, angelehnt an Moko, aber ohne dessen genealogische Zeichen. Die geometrische Füllung des Panzers ist in diesen Traditionen keine Dekoration, sondern Sprache.

Mehrere Mythologien setzen eine Schildkröte unter die Welt. Im Hinduismus nimmt Vishnu als Kurma die Gestalt einer Schildkröte an und trägt auf seinem Rücken den Berg, mit dem Götter und Dämonen den Milchozean quirlen; bei mehreren Völkern Nordamerikas, etwa den Haudenosaunee und den Lenape, ruht das Land auf dem Panzer einer großen Schildkröte, weshalb der Kontinent dort Turtle Island heißt. Aus diesem Bild stammt die heutige Lesart von Standhaftigkeit unter Last, und deshalb gelingt die Komposition mit einer Insel oder einem Baum, der aus dem Panzer wächst, so mühelos. In Japan gilt die Schildkröte, Kame, als Zeichen für zehntausend Jahre, so wie der Kranich für tausend, und die Minogame mit ihrem Schweif aus Algen ist ein altes Bild für ein Leben, das so lang war, dass ihm etwas nachgewachsen ist.

Viele Deutsche verbinden mit der Schildkröte außerdem einen Namen: Kassiopeia, die Schildkröte aus Michael Endes „Momo“, die eine halbe Stunde in die Zukunft sieht und ihre Antworten in leuchtenden Buchstaben auf dem Panzer zeigt. Ein kurzes Wort auf dem Panzer ist deshalb eine Anspielung, die hierzulande viele sofort verstehen. Und der Panzer selbst trägt eine stillere Bedeutung, die die meisten überrascht. Er ist keine Rüstung, die das Tier anlegt, sondern sein eigenes Skelett, verwachsen und nach außen gekehrt, und eine Schildkröte kann ihn nie ablegen. Als Schutzsymbol ist sie dadurch vieldeutiger, als sie zuerst scheint.

Woher das Motiv kommt

Kaum ein Motiv wird schon so lange ohne Unterbrechung gestochen. Auf den Inseln Polynesiens war die Honu Teil der Tätowierung, lange bevor Europäer dort landeten; Missionare unterdrückten die Praxis im 19. Jahrhundert, auf Hawaii wie anderswo, und erst mit der Wiederbelebung der polynesischen Tätowierung im späten 20. Jahrhundert kehrte die Schildkröte als eine ihrer wichtigsten Formen zurück. In die westlichen Studios kam sie spät und aus zweiter Hand, zuerst mit der Surfkultur der 1960er- und 70er-Jahre, dann mit der Tribal-Welle der 1990er, die die Geometrie polynesischer Panzer übernahm und deren Bedeutungen zurückließ. Deshalb sind so viele Schildkröten mit Mustern gefüllt, die niemand wegen ihrer Aussage gewählt hat. In Europa war das Tier bis dahin vor allem eine Gestalt der Fabel, seit Äsop die Schildkröte das Wettrennen gegen den Hasen gewinnen ließ, weil sie nie stehen blieb.

So findest du deine Version

  • Entscheide, ob der Panzer Muster oder Fläche ist. Streng als einzelne Hornschilde mit ihren Wachstumsringen gezeichnet, wird er zum eigentlichen Motiv; als glatte, schattierte Kuppel wird er Hintergrund für Kopf und Flossen. Beides funktioniert, und es sind zwei sehr verschiedene Entwürfe: Der erste verlangt Präzision und eine flache Stelle, der zweite verträgt Rundungen und lebt von der Bewegung.
  • Willst du polynesische oder Maori-inspirierte Muster, such dir jemanden, der in dieser Tradition arbeitet und dir sagen kann, was die einzelnen Elemente bedeuten. Die Geometrie ist eine Sprache, und ein Panzer voller Muster, die nur wegen ihrer Form ausgesucht wurden, ist genau das, woran sich Kenner dieser Kunst stoßen. Frag nach Speerspitzen, Wellen, Haifischzähnen und Enata-Figuren und lass dir erklären, warum sie im Entwurf stehen.
  • Von vorn gesehen, mit weit ausgestellten Vorderflossen, wirkt eine schwimmende Meeresschildkröte, als flöge sie, und diese Ansicht ist die stärkste und zugleich die seltenste. Für eine kleine oder filigrane Schildkröte in Fine Line ist dagegen die Silhouette von oben die beste Vorlage, mit einem angedeuteten Panzermuster aus wenigen Linien statt jedem Schild mit Ringen. Von den 23 Entwürfen auf dieser Seite sind sieben illustrativ, fünf in Dotwork und je zwei in Aquarell, Geometrie und Blackwork, dazu einzelne in Old School, Ornamentik, minimalistischem und polynesischem Stil und in Fine Line.

Größe, Preis und Körperstelle

Wie groß es wird und was es kostet

Eine schlichte Silhouette ist eine Arbeit zum Mindestpreis und in unter einer Stunde fertig. Ein Panzer, bei dem jedes Hornschild mit seinen Wachstumsringen gezeichnet ist, braucht zwölf bis fünfzehn Zentimeter und drei bis vier Stunden genauer, sich wiederholender Arbeit. Polynesische Panzer kosten mehr, als ihre Größe vermuten lässt, weil das Muster entworfen und nicht einfach gefüllt wird.

Wo es gut sitzt und wie weh es tut

Ein geometrischer Panzer will eine flache Fläche, auf der das Muster unverzerrt bleibt: Schulterblatt, Außenseite des Oberschenkels, Wade, Oberarm. Eine schwimmende Schildkröte von oben passt an dieselben Stellen, eine kleine an Knöchel, Handgelenk oder hinters Ohr, wo sie in Fine Line kurz und scharf brennt. Meide starke Wölbungen für ein strenges Panzermuster, denn ein Mosaik, das sich biegt, liest sich nicht mehr als Raster.

Was du im Studio fragen solltest

  • Ob die Hornschilde als einzelne Platten gezeichnet oder als eine Fläche schattiert werden, und ob du ein verheiltes Beispiel sehen kannst.
  • Bei polynesischen Mustern, was die vorgeschlagenen Elemente bedeuten und aus welcher Inseltradition sie stammen.
  • Bei einer Meeresschildkröte, ob die Flossen nach Fotos des Tieres gezeichnet werden und nicht nach anderen Tattoos, denn dort geraten sie fast immer zu kurz.

Preise hängen stark vom Studio und von der Region ab; lies diese Angaben als Sitzungsdauer, nicht als Kostenvoranschlag, und rechne bei jedem kleinen Motiv mit dem Mindestpreis des Studios.

Häufige Fragen

Was bedeutet eine Schildkröte als Tattoo?

Langes Leben, Geduld, Heimkehr und Schutz. Meeresschildkröten kehren nach Jahrzehnten an ihre Geburtsküste zurück, Landschildkröten werden über hundert Jahre alt, und viele Mythen lassen eine Schildkröte die Welt tragen. In Polynesien kommt die Verbindung zu Seefahrt und Familie hinzu, in Japan die Zahl zehntausend als Bild für ein sehr langes Leben.

Was bedeutet eine Schildkröte im Maori-Tattoo?

Streng genommen ist die Schildkröte vor allem ein polynesisches Motiv, aus Hawaii, Samoa oder von den Marquesas, und weniger eines des klassischen Tā moko. Dort steht sie für Seefahrt, sichere Heimkehr, langes Leben und die Familie, auf Hawaii auch für einen schützenden Ahnengeist. Wer das Motiv mit dieser Bedeutung tragen will, arbeitet am besten mit jemandem, der die Tradition kennt, statt ein fertiges Muster zu übernehmen.

Meeresschildkröte oder Landschildkröte: Macht das einen Unterschied?

Einen großen. Die Meeresschildkröte hat Flossen und einen flachen Panzer und liest sich als Bewegung, Reise und Freiheit; die Landschildkröte hat säulenartige Beine und einen hochgewölbten Panzer und liest sich als Ruhe, Alter und Ausdauer. Weil das Deutsche für beide nur ein Wort hat, lohnt es sich, zum Vorgespräch Fotos mitzubringen.

Wie klein darf ein Schildkröten-Tattoo sein?

Eine Silhouette funktioniert bis etwa fünf Zentimeter, ein Mini-Tattoo aus wenigen Linien auch darunter. Ein detaillierter Panzer dagegen nicht, denn die Grenzen der Hornschilde und ihre Ringe sind feine Innenlinien, die zusammenlaufen; unter etwa zehn Zentimetern sollten nur Umriss und Muster bleiben, nicht die Textur.

Hält eine filigrane Schildkröte in Fine Line?

Ja, wenn das Panzermuster offen bleibt. Fünf bis sieben große Felder auf dem Rücken, eine klare Kontur und Flossen ohne Schattierung halten auch dünne Linien über Jahre auseinander, während dichte Punktflächen oder Ringe in jedem Schild in Fine Line als Erstes zulaufen.

Wie sehe ich vorher, ob das Panzermuster auf meiner Wade gerade bleibt?

Auf einem Foto deiner Haut. Im Tattoo-Simulator von InkCraft legst du jede Schildkröte dieser Seite in 3D auf Wade, Schulterblatt oder Knöchel, direkt im Browser, und siehst, ob das Raster des Panzers auf der Rundung noch als Muster lesbar bleibt.

Teste es auf deiner Haut, bevor du dich festlegst

InkCraft legt jede dieser Vorlagen auf ein Foto von dir, angepasst und um die Körperstelle gewölbt, die du wählst, damit du urteilen kannst, bevor es für immer ist.

Oder probier es zuerst im Browser aus: kostenlos, ohne Download