Tattoo-Ideen

Keltisches Tattoo: Lebensbaum und Bedeutung

33 originale Vorlagen zum Thema keltische Tattoos, für InkCraft gezeichnetVon Aktualisiert am

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Keltisches Flechtwerk ist jünger, als es meist verkauft wird, und gerade das macht es interessant. Die Spiralen sind steinzeitlich, die Knoten stammen aus Klöstern des frühen Mittelalters, und fast jede feste Bedeutung kam erst in den letzten hundert Jahren dazu.

Tippe auf eine Vorlage, um sie im Simulator auf deiner eigenen Haut zu sehen, ohne Anmeldung.

Was bedeutet ein keltisches Tattoo?

Unter dem Wort stecken vier Epochen. Die Spiralen, die als keltisch gelten, sind älter als jede keltische Sprache in Irland. Die eisenzeitliche Latènekunst, benannt nach einem Fundort am Neuenburgersee, kannte Ranken, Trompetenformen und die Triskele, aber kaum Knoten; aus dieser Zeit stammt auch der Keltenfürst vom Glauberg in Hessen, eine Sandsteinfigur mit Blattkrone. Das Flechtwerk kam erst mit den Klöstern. Ab dem siebten Jahrhundert verbanden Schreiber und Steinmetze in Irland, Schottland und Northumbrien mediterranes Flechtband, germanische Tierornamentik und die alten Spiralen zu einem Stil, und irische Mönche brachten ihre Handschriften auf den Kontinent; die Stiftsbibliothek Sankt Gallen bewahrt ein irisches Evangeliar aus dem achten Jahrhundert.

Die vierte Epoche ist die Wiederbelebung seit dem neunzehnten Jahrhundert, mit nachgebauten Fibeln und Ringkreuzen auf Friedhöfen, und erst in ihr bekamen die Knoten ihre Bedeutungen. Die Schreiber des Book of Kells erklärten ihre Muster nirgends; Ewigkeit, Schutz oder Dreifaltigkeit wurden später ergänzt. Die eine Lesart, die die Form selbst hergibt, ist Kontinuität, ein Band ohne Anfang und ohne Ende, und benannte Knoten wie der Dara-Knoten stammen eher aus dem Schmuckhandel als aus Handschriften. Das nimmt dem Zeichen nichts, denn die Bedeutung, die du hineinlegst, ist so echt wie jede überlieferte.

Lebensbaum, Familie und Partner: Knoten mit Bedeutung

Auch der Lebensbaum ist eine moderne Form: ein Baum im Ring, dessen Wurzeln und Äste ineinander verflochten sind. Heilige Bäume kannten die Kelten durchaus: Plinius der Ältere beschreibt Druiden, die Misteln von einer Eiche schneiden. Heikel ist das Geflecht im Ring, wo sich viele dünne Bänder auf engem Raum treffen; unter etwa fünfzehn Zentimetern schließen sich dort die Lücken.

Für Familie, für Mutter und Sohn oder Vater und Tochter werden meist Knoten aus ineinandergreifenden Herzen gestochen, ein großes und ein kleineres, oder so viele Schlaufen, wie die Familie Mitglieder hat. Der sogenannte Mutterknoten, zwei verschlungene Herzen, manchmal mit einem Punkt für jedes Kind, ist eine Schöpfung der letzten Jahrzehnte und gerade deshalb frei gestaltbar. Ein Geburtsjahr im Inneren oder eine Initiale am Rand verändert das Flechtwerk nicht; die drei Herzen und zwei Triquetras unter den 33 Vorlagen lassen sich so erweitern.

Als Partnertattoo funktioniert ein Knoten, der in zwei Hälften geteilt wird und sich erst nebeneinander schließt, oder derselbe kleine Knoten auf beiden Handgelenken. Für einen Neuanfang greifen viele zur Spirale oder zur Birke: Beith, der erste Buchstabe des Ogham-Alphabets, steht für die Birke und wird heute gern als Zeichen des Anfangs gelesen. Die Verbindung der Ogham-Zeichen mit Bäumen geht auf mittelalterliche irische Gelehrte zurück, der Baumkalender mit Monaten und Bedeutungen dagegen auf das Buch „The White Goddess“ des Dichters Robert Graves von 1948.

Keltische Motive, Ehering und Größe: was ein Knoten braucht

Ein Knoten wird zuerst daran gemessen, ob jedes Band an jeder Kreuzung abwechselnd über und unter dem nächsten läuft. Der schottische Kunstlehrer George Bain machte das 1951 mit einem Rastersystem lehrbar, und ein Band, das zweimal hintereinander oben liegt, ist der Fehler, den Kenner sofort sehen. Prüf den Stencil Kreuzung für Kreuzung, so gründlich wie die Schreibweise eines Namens. Dazu kommt die Lücke: Die freie Haut zwischen den Bändern muss mindestens so breit bleiben wie die Bänder selbst, und eine Triquetra als Kontur hält deshalb erst ab etwa sieben Zentimetern.

Ein geflochtenes Armband ist erst fertig, wenn das Muster nach einer vollen Runde ohne Bruch weiterläuft, und das gelingt nur, wenn die Zahl der Wiederholungen genau auf deinen Umfang passt. Für Frauen wie für Männer gilt dabei dieselbe Rechnung: Ein schmales Gelenk verträgt weniger Wiederholungen, nicht dünnere Bänder. Das keltische Ehering-Tattoo am Ringfinger ist die heikelste Fassung davon: Das Band hat dort vielleicht sechs bis acht Millimeter Breite, die Haut erneuert sich schnell, und ein Muster mit wenigen großen Kreuzungen hält besser als eines mit vielen kleinen.

Neben abstrakten Knoten, Herzen, Kreuzen und zwei Armbändern zeigen die Vorlagen zwei Wölfe, einen Raben, einen Hirsch, eine Schlange, einen Greif, einen Krieger, ein Schwert, eine Fee und eine Dornenkrone. Der Rabe gehört in Irland zur Kriegsgöttin Morrígan, die sich der Sage nach als Krähe auf die Schulter des sterbenden Cú Chulainn setzte, und der Hirsch erinnert an den Geweihträger auf dem Kessel von Gundestrup, meist als Gott Cernunnos gedeutet. Bei den Kreuzen lohnt ein genauer Blick: Ein gleicharmiges Kreuz im Ring, schwarz und ganz ohne Flechtwerk, gilt hierzulande als Erkennungszeichen von Neonazis, und es öffentlich zu zeigen kann strafbar sein.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Triquetra?

Der Knoten aus drei verschlungenen Bögen erscheint in irischen Handschriften und auf Steinkreuzen als Schmuckform, christlich wird er als Dreifaltigkeit gelesen. Neuheidnische Gruppen deuten ihn als dreifache Göttin, andere als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Alle drei Lesarten sind jünger als die Form, und keine ist falscher als die andere.

Darf ich keltische Motive ohne irische oder schottische Wurzeln tragen?

Ja. Flechtwerk war Kirchen- und Schmuckdekor, kein Zeichen der Abstammung, und anders als bei den Traditionen Polynesiens beansprucht es keine Gemeinschaft für sich. Vorsicht verdient eher die erfundene Geschichte: Misstraue jedem Knoten, der mit einer uralten Bedeutung verkauft wird.

Wie groß muss ein keltisches Tattoo sein?

Groß genug, dass die Haut zwischen den Bändern nicht schmaler wird als die Bänder. Eine schlichte Triquetra geht ab etwa sieben Zentimetern, ein Lebensbaum, ein Hirsch oder ein Hochkreuz aus vielen dünnen Bändern ab etwa fünfzehn. Ein schwarz gefüllter Hintergrund, in dem die Bänder als freie Haut stehen, erlaubt ein wenig kleinere Maße.

Wie prüfe ich ein keltisches Armband an meinem Oberarm?

Leg die Vorlage im Tattoo-Simulator von InkCraft auf ein Foto deines Arms und stell die echte Breite ein. Sind die Lücken zwischen den Bändern schon auf dem Foto knapp, laufen sie in der Haut irgendwann zu, und das Band braucht entweder mehr Breite oder weniger Kreuzungen.

Teste es auf deiner Haut, bevor du dich festlegst

InkCraft legt jede dieser Vorlagen auf ein Foto von dir, angepasst und um die Körperstelle gewölbt, die du wählst, damit du urteilen kannst, bevor es für immer ist.

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